B6: Grube Reinhard

Der Lanzstollen der Grube Reinhard, dessen restaurierter Stollenmund im Diemeltal liegt, erreicht das Erzlager nach 670 m. Er wurde 1872 -76 aufgefahren. Als 40 m - Sohle befindet er sich circa 19 m unter dem älteren Lülingshohler Stollen (20 m-Sohle). Beide bilden zusammen mit einer Zwischensohle (30 m-Sohle) und drei Tiefbausohlen den Grubenbau der Grube Reinhard. Das Stollensystem reicht bis 110 m unter die Talsohle. Bis um 1800 trug die Grube den Namen „Lülingshohl” (Spatzenloch/-tal).

 

 

Lagerstätte

Das Erzlager ummantelt komplett eine ovale vulkanische Schwelle aus Schalstein (Diabas) und keilt im Südosten lappenförmig nach unten aus. Dort befinden sich die drei Tiefbausohlen (20, 40, 70 m). Das Hangende bilden devonisch Kalke und Schiefer. Das Lager hat eine Mächtigkeit von 0,5-10 m. Das Eisenerz wird in Berichten als gut und mild, mitunter auch als sehr edel beschrieben.

Abbau

 

      

Im Mittelalter  wurde das Lager bis auf das Niveau des Lüllingsholer Baches ("Gertrud") abgebaut. Bis Anfang des19.Jahrhunderts bewegte sich der Abbau  auf das Niveau  des Lüllingsholer Stollens. (Erbstollen aus dem17. Jahrhundert)             

                                                                                                                                                                        

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

Transport mit Pferden

Nach 1876 wurde das Erz durch diesen Lanzstollen mit Pferden über eine Schienenbahn ins Diemeltal gebracht. Auf den Wiesen vor dem Stollen wurde minderwertiges Erz aussortiert und auf Halde gelagert. Über eine Brücke über die Diemel führte ein Nebengleis der Rhene-Diemeltal-Bahn auf den Platz vor dem Stollen. Dort wurde das Erz verladen.

Die Halden wurden im 20. Jahrhundert ausgebeutet. Die Reste wurden bei Herstellung der Freizeitanlage eingeebnet. Am Ufer der Diemel kann man noch heute Erzbrocken finden.


 

 

 

 

 

Text und Bilder: Gierhagener Nordroute